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Eine Autoreise durch Großbritannien

Das von seinem amtierenden Premierminister als „Land mit verschiedenen Ländern“ bezeichnete Großbritannien wartet mit einer großen Vielfalt wunderschöner Landschaften, unterschiedlicher Kulturen und ungeahnter Straßenstrecken auf. Unternehmen Sie eine Entdeckungsreise durch Wales, England und Schottland, und erkunden Sie die alten, modernen, weltberühmten und geheimsten Schätze, die Sie auf Ihrer Fahrt erwarten. Aber vergessen Sie nicht: Hier herrscht Linksverkehr!

Cardiff, Wales

Cardiff Bay Cityscape
Beginnen Sie Ihre Reise über die großbritannischen Straßen in Cardiff, der Hauptstadt von Wales. Anstatt dem berühmt-berüchtigten walisischen Regen zu trotzen, fahren Sie lieber rund um Cardiff Castle, am Fluss Taff entlang und am Principality Stadium vorbei bis zur Bucht von Cardiff im Süden der Stadt, wo Sie einige der schönsten Landschaften, architektonischen Meisterwerke und Sehenswürdigkeiten, die Wales zu bieten hat, bewundern können.
Das Wales Millennium Centre und die Senedd (Gebäude der walisischen Nationalversammlung) überragen die Einmündung der Flüsse Taff und Ely und zählen zu den unumgänglichen Sehenswürdigkeiten. Gehen Sie zum Lunch zum Hafen, bevor Sie das walisische Kapitel Ihrer Autoreise beenden und zu Ihrem nächsten Ziel in Richtung Osten aufbrechen: Oxford.
Verabschieden Sie sich von Wales gegen Sonnenuntergang mit einem „hwyl fawr“, und fahren Sie über die die Flüsse Severn und Wye überspannende, als Kulturdenkmal der Kategorie I verzeichnete Severn-Brücke bis Bristol, England. Von dort aus haben Sie einen großartigen Blick auf den herrlichen Sonnenuntergang über der Severn-Mündung.

Oxfordshire, England

Merton College, Oxford.
Rund drei Stunden später kommen Sie im Heimatland der ältesten Universität der englischsprachigen Welt an. Oxfordshire wird ganz bestimmt die klischeehaften Vorstellungen eines Englands mit idyllischen Landschaften und malerischen Bauerndörfern erfüllen. Seien Sie darauf vorbereitet, einen Ort zu betreten, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Oxford ist eine Stadt mit charmantem Flair, das man passend als „altertümlich“ beschreiben könnte’.
Gönnen Sie sich ein herzhaftes „Full English Breakfast“ und versuchen Sie sich im Staken (Oxfords Gegenstück zur venezianischen Gondel), bevor Sie sich wieder ans Steuer setzen. Packen Sie ein Picknick ein, legen Sie den Sicherheitsgurt an und hoffen Sie wider jegliche Hoffnung, dass das britische Wetter mitspielt, während Sie durch den östlichen Abschnitt der Region Cotswolds fahren.
Es fällt schwer, die Schönheit der Landschaft dieser Gegend in Worte zu fassen, und an einem milden Tag ist nichts entspannender als eine Fahrt mit offenen Fenstern (oder offenem Dach, wenn Sie ein Cabrio fahren) durch die ländlichen Regionen Englands. Parken Sie Ihr Fahrzeug in der Nähe von Woodstock, und picknicken Sie vor dem erstaunlichen Blenheim Palace.
Schlagen Sie eine beliebige Straße ein, um in die Stadt zurückzufahren – in diesem Teil Englands werden Sie kaum eine Straße finden, die landschaftlich nicht reizvoll wäre – und gönnen Sie sich einen Drink in der populären, aber gut versteckten Turf Tavern. Die Gäste sind zum größten Teil im Studentenalter, aber einer berühmten Legende nach hat Bill Clinton hier „nicht eingeatmet“, und der ehemalige australische Premierminister Bob Hawke hat hier einen Guinness-Weltrekord im Biertrinken aufgestellt. Allerdings sollten Sie darauf verzichten, es ihm nachzumachen, denn Sie müssen früh aufstehen, um zu Ihrem nächsten Ziel, dem Lake District, aufzubrechen.

Lake District: Cumbria, England

Stunning landscape of Wast Water and Lake District Peaks
Die Fahrt in Richtungen Norden bis Cumbria ist wahrscheinlich nicht die aufregendste Strecke: Die Autobahn erstreckt sich unaufhörlich und unveränderlich durch verschiedene Landstriche Englands und schlängelt sich an den größeren Städten, die den Weg in Richtung Norden kennzeichnen, vorbei. Aber Sie werden es nicht bereuen.
Die Eintönigkeit endet im Lake District mit seinen Hügeln und Grünanlagen. Mit einer Fläche von rund 2300 m2 ist der Lake District Englands größter (unter anderen Superlativen) Nationalpark. Hier befinden sich Englands höchster Berg (Scafell Pike), tiefster See (Wastwater) und längster See (Windermere), die in einem spektakulären Landschaftsbild, das auf der Weltnaturerbe-Liste der UNESCO verzeichnet ist, kulminieren. Und sollte Sie diese Aufzählung von Sehenswürdigkeiten noch nicht in Versuchung führen: Es gibt auch eine Reihe herrlicher Restaurants, Pubs und Hotels, alle mit ihren eigenen Aussichten auf die Landschaften Cumbrias, wo Sie einkehren, sich die Beine vertreten und ein paar Selfies machen können.
Wenn Sie genug Zeit haben, fahren Sie über die Halbinsel Cartmel, vorbei am See Windermere, und genießen Sie eine einzigartige, atemberaubende Umgebung. Halten Sie kurz in den Städten Kendal und Bowness, deren historische Bauwerke eine Besichtigung wert sind. Fahren Sie weiter durch das Edental bis Penrith, wo Sie mit herrlichen Aussichten auf Sandsteindörfer und prähistorische Denkmäler belohnt werden. Wenn es Ihnen gelingt, sich von der landschaftlichen Pracht Cumbrias loszureißen, fahren Sie weiter Richtung Norden über die Grenze nach Schottland.

Die Westküste Schottlands

Glencoe mountains and landscape, in cloudy day, Scotland
Fahren Sie in Richtung Norden durch Glasgow und folgen Sie der A82 über die ganze Strecke bis Glencoe. Diese A-Straße führt fast einen halben Tag lang weitgehend durch den Trossachs-Nationalpark und schlängelt sich am Loch Lomond vorbei. Die natürliche Schönheit der schottischen Landschaft ist schlichtweg bewundernswert. Man kann nur über die Cottages, die den Refrain „the bonnie, bonnie banks of Loch Lomond“ des gleichnamigen Liedes auf den Punkt bringen, und die lebhaften Farbnuancen des Laubwerks der umgebenden Bäume und Sträucher staunen.
Sausen Sie über die Glencoe-Passage wie James Bond im Film Skyfall. Diese – ungeachtet der Jahreszeit oder des Wetters – Ehrfurcht einflößende Landschaft wird Sie über den ganzen Abschnitt Ihrer Autoreise und bis Glenfinnan, dessen berühmter Viadukt eine ikonische Rolle in verschiedenen Harry-Potter-Verfilmungen spielt, in Staunen versetzen.
Parken Sie am Besucherzentrum am Stadteingang, und gehen Sie zu Fuß bis zum Aussichtspunkt: Hobby-Fotografen werden begeistert sein. Wenn Sie Hunger haben oder einen Kaffee brauchen: Der Glenfinnan Dining Car – ein in ein Restaurant umgebauter Eisenbahnwagen – befindet sich nur wenige Schritte entfernt und kann sich rühmen, einige der schmackhaftesten Scones mit Clotted Cream (Streichrahm) und Erdbeermarmelade der Region zu servieren. Wenn Sie dann wieder am Steuer sitzen, biegen Sie in Fort William ab und fahren Sie über die kurvenreiche Route in Richtung Westen, um einige wunderschöne Stunden später in Arisaig, einem im äußersten Westen des britischen Festlands liegenden Dorf, anzukommen
Die Fahrt rund um die Küste ist ein aufregendes Erlebnis, und im Sommer können Sie bis spät in die Nacht durchfahren. Halten Sie an einem der zahlreichen weißen Strände entlang der Küste, um den Sonnenuntergang über den Inseln Eigg, Muck, Rum und Canna zu bewundern. Sie befinden sich so weit nördlich, dass die Sonne im Hochsommer nicht vollkommen untergeht und der Himmel nach Mitternacht noch immer in blassem Blau erscheint.
Bevor Sie Richtung Osten weiterfahren, machen Sie noch einen Abstecher zum ca. 16 km entfernten Mallaig, wo gemütliche Pubs und behagliche B&Bs (Zimmer mit Frühstück) auf Sie warten. Lassen Sie es sich nicht entgehen, die frischen Meeresfrüchte zu kosten, bevor Sie die Umgebung der westlichen Inseln Schottlands verlassen. Verwöhnen Sie sich mit Krustentieren, Garnelen und Jakobsmuscheln mit Chips, die Sie in dieser hübschen Küstenstadt für einen Apfel und ein Ei bekommen!

Die Ostküste Schottlands

Edinburgh
Die Fahrt von Westen nach Osten ist zwar weniger malerisch, lohnt sich aber trotzdem. Fahren Sie auf dem Weg nach St. Andrews durch Stirling – ehemalige Heimat der Schottischen Krone – und weiter bis Edinburgh. Auch wenn das Wetter dort recht unbeständig ist: Der trostlose Regen trägt sogar zum romantischen Ambiente der Stadt mit ihrer gotischen Architektur bei.
Bummeln Sie über die Prince’s Street und besichtigen Sie die Merkmale, die Edinburgh kennzeichnen, zum Beispiel das Walter-Scott-Denkmal und das Edinburgh Castle, bevor es zum Palace of Holyroodhouse, eine der Residenzen der britischen Königin in Schottland, weitergeht. Fahren Sie den Arthur’s Seat, höchste Erhebung einer Gruppe von Hügeln in Schottland, die den wesentlichen Teil von Holyrood Park bilden, hinauf. Die Aussicht vom „siebten Hügel“ der Stadt auf Edinburgh ist spektakulär.
Von hier aus können Sie die George Heriot’s School erkennen, die, abgesehen von einem architektonischen Musterbeispiel der Renaissance, als Vorbild für die Zauberschule Hogwarts in J.K. Rowlings Fantasy-Romanreihe Harry Potter diente.
Fahren Sie anschließend von Edinburgh über die Forth Rail Bridge, eine der beeindruckendsten, auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO verzeichneten Bauingenieurleistungen der Welt, bis nach Fife. Verlassen Sie die zweigleisige Fahrbahn und schlagen Sie die malerischen Küstenstraßen in Richtung Cupar ein. Halten Sie in Anstruther für einen weltweit berühmten Fisch&Chips-Imbiss, bevor Sie im ca. 15 km entfernten St. Andrews ankommen.
Bewundern Sie die architektonischen Meisterleistungen, die die Probe der Zeit in dieser von der Vergangenheit gezeichneten Stadt bestanden haben, zum Beispiel die Universität Saint Andrews, älteste Universität Schottlands und drittälteste Universität der englischsprachigen Welt.
Beenden Sie Ihre Autoreise schließlich an den Ruinen der Burganlage St. Andrews Castle, deren bewegte und erratische Geschichte als Unterkunft sowohl für Könige als auch für Gefangene ebenso charakteristisch wie das britische Wetter ist, dessen verschiedenen Facetten Sie mit Sicherheit während Ihrer Rundreise in Großbritannien reichlich zu spüren bekommen haben.

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