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Schneeketten – so kommen Autofahrer sicher durch den Winter

Winterreifen sind mittlerweile für die meisten Autofahrer eine Selbstverständlichkeit. An die Scheibenwaschanlage wird ebenfalls rechtzeitig gedacht und für eingefrorene Schlösser liegt ein Enteiser bereit. Anders sieht es bei Schneeketten aus – viele Fahrzeugführer glauben, auch ohne diese zurechtzukommen, oder scheuen sich davor, diese beizeiten anzulegen.

Wann sind Schneeketten erforderlich?

Schneeketten sind eine mechanische Traktionshilfe, die bei ausgesprochen widrigen Straßenbedingungen zum Einsatz kommt. Die Ketten dienen dazu, ein Durchdrehen der Reifen zu verhindern, sodass das Fahrzeug nicht im Schnee steckenbleibt, zudem verbessern sie die Bodenhaftung, sodass auch Kurven sicherer durchfahren werden können. Ketten sollten bei extremen Schneelagen sowie bei starken Gefällen und Steigungen aufgezogen werden, da Winterreifen bei diesen Bedingungen an ihre Grenzen stoßen. An einigen Straßen weisen spezielle Verkehrsschilder sogar auf eine Schneekettenpflicht hin.

Welche Schneeketten sind die besten?

Während ursprünglich zwischen Antriebskette und Spurkette unterschieden wurde, vereinen die heute gebräuchlichen Modelle die Vorzüge beider Grundprinzipien. Grundsätzlich gibt es drei Arten von Ketten: Seilketten, Ringketten und Schnellmontagesysteme. Am günstigsten sind üblicherweise Seilketten, allerdings ist deren Montage vergleichsweise zeitaufwendig. Die etwas teureren Ringketten lassen sich zumeist leichter montieren. Am unkompliziertesten gestaltet sich das Aufziehen von Schnellmontagesystemen. Hierzu muss jedoch ein Adapter am Rad angebracht werden.

Schneeketten anlegen

Was ist beim Aufziehen zu beachten?

Die Ketten müssen grundsätzlich auf die Antriebsräder aufgezogen werden. Bei Fahrzeugen mit Allradantrieb finden sich in der Betriebsanleitung entsprechende Informationen, auf welche Räder die Ketten gehören. Für klassische Geländewagen gilt als Faustregel, die Ketten auf die Hinterräder zu ziehen, um größtmögliche Stabilität zu erreichen. Bei allradgetriebenen Fahrzeugen mit primärem Frontantrieb gehören die Ketten hingegen auf die Vorderräder. Da jedes System seine Eigenheiten hat, empfiehlt es sich, die Montage mindestens einmal testweise durchzuführen. Das Training zahlt sich aus, wenn es bei widrigen Bedingungen und Temperaturen unter dem Nullpunkt zum Ernstfall kommt. Nach kurzer Fahrt sollte der Fahrzeugführer den Sitz der Ketten nochmals überprüfen und diese gegebenenfalls nachspannen.

Worauf ist beim Fahren zu achten?

Durch die Ketten kann sich das Fahr- und Bremsverhalten verändern, daher ist eine vorsichtige Fahrweise angebracht. Für Fahrzeuge mit Schneeketten gilt zudem eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Im Fahrzeughandbuch finden sich Informationen dazu, wie die elektronischen Fahrstabilitätssysteme beim Fahren mit Ketten reagieren. Einige Hersteller schreiben das Deaktivieren dieser Systeme vor oder geben eine entsprechende Empfehlung. Andere weisen darauf hin, dass Fahrhilfen wie ESP mit Ketten nur noch eingeschränkt wirksam sind. Ist die Straße wieder schneefrei, sollten die Ketten abgenommen werden, da diese sonst vorzeitig verschleißen.

Schneeketten

Wie werden Schneeketten richtig gepflegt?

Da Ketten einige Jahre halten sollen, empfiehlt es sich, sie nach Gebrauch gründlich mit Wasser zu reinigen. Vor dem Einlagern müssen die Ketten gut trocknen, da sie anderenfalls schnell verrosten und im kommenden Winter unbrauchbar sind. Gleit- und Konservierungssprays runden die Pflege ab. Einige Hersteller bieten in den wärmeren Monaten einen Service an, bei dem defekte Glieder ersetzt und die Ketten auf Kundenwunsch neu verzinkt werden. Bei einem Wechsel auf ein Fahrzeug mit anderer Reifengröße kann es sich zudem lohnen, gut erhaltene Ketten umarbeiten zu lassen.

Foto 1 : Schneeketten © photo 5000 – Fotolia.com

Foto 2 : Schneeketten anlegen © fgeoffroy – Fotolia.com

Foto 3 : Ketten © klickerminth – Fotolia.com

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